Sternstunden: Kim und Jan Kleimeier bei der Masters-WM in Budapest

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Im Sommer 2017 fand die Masters-WM in der Duna-Arena in Budapest statt. Es war eine Woche voller spannender Erlebnisse.

Dieses Ereignis gehört ganz sicher zu den absoluten Höhepunkten ihrer sportlichen Laufbahn. Kim und Jan Kleimeier besuchten im Jahr 2017 die ungarische Stadt Budapest, um dort an den Masters-Titelkämpfen der Schwimmer teilzunehmen. Die sportlichen Leistungen der beiden konnten sich sehen lassen - und auch darüber hinaus geriet der Trip in die ungarische Hauptstadt zu einem Highlight.

Jan Kleimeier reckt die linke Faust nach oben, das ist klar zu erkennen, obwohl der Livestream weit entfernt ist von hochauflösendem Fernsehen. Bei 56,95 Sekunden hatte die Uhr gestoppt, auf Bahn sechs der Budapester Duna-Arena, nach 100 Metern Freistil. Für Platz 50 in der Altersklasse der 25- bis 29-Jährigen sollte das letztlich reichen. Und sogar für den Sieg im 123. Lauf über diese Distanz. „Das ist schon top“, weiß Kleimeier sofort, der sein sportliches Ziel damit ziemlich souverän erreicht hat.

Inmitten des großen Ganzen bleibt dieser Erfolg freilich eine kleine Momentaufnahme. „Wir haben doch keine Zeit!“, würde Stefan Raab jetzt wahrscheinlich rufen. Nur einen Wimpernschlag später springt der nächste Athlet ins nächste Rennen, knapp vorbei an Kleimeier. Alles ist aufgeregter, alles geht schneller bei einer Weltmeisterschaft.

Rund 8000 Schwimmerinnen und Schwimmer sind im August 2017 in die ungarische Hauptstadt gereist. Zwei von ihnen: Jan und Kim Kleimeier. Zudem hat sich Ruth Niehaus qualifiziert, die TVE-Greven-Legende und ehemalige Trainerin der Kleimeier-Geschwister startet über die Bruststrecken bei dieser Masters-WM.

Die Masters, so viel zur sportlichen Einordnung, sind im Schwimmen die sogenannten Altersklasseathleten – also nicht die absolute Weltelite, sondern überwiegend ambitionierte Nicht-Profis. Und die kommen sowohl aus aller Welt, als auch aus allen Jahrgängen: „Jungs“ und „Mädels“, die mit beinahe 90 noch stilistisch perfekte 100 Meter Schmetterling hinlegen. Mitt-Achtziger, die eine Staffel an den Start bringen. „Wenn das komplette Publikum sich voller Respekt erhebt, um diese Menschen zu feiern“, erinnert sich Kim Kleimeier, „das ist ein unfassbar beeindruckender Moment.“

Überhaupt erleben die Kleimeier-Geschwister diese Woche in Budapest als eine Art Blaupause dafür, wie der Sport Völker und Generationen verbinden kann. „Es ging längst nicht nur darum, was für eine Leistung man abliefert“, sagt Jan Kleimeier. Die tanzenden Volunteers, das internationale Flair auf der Tribüne, die Athleten, die sich in der ganzen Stadt an ihren orangefarbenen Bändchen erkannten.

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Jan und Kim Kleimeier mit zwei Maskottchen, bei denen man sich fragt, was sich der Künstler wohl dabei gedacht hatte

Noch nie zuvor hatte Ungarn ein größeres Sportereignis ausgerichtet. Unmittelbar vor den Masters-Titelkämpfen war die Duna-Arena schon Schauplatz für die WM der Profis gewesen, die Lokalmatadorin und Weltklasse-Wasserratte Katinka Hosszú hatte hier in den Lagen-Wettbewerben die Konkurrenz nass gemacht. Durch die Hauptstadt, nein eigentlich durchs ganze Land schwappte eine Welle der Schwimm-Begeisterung.

Die Leute in Budapest lieben und leben das Schwimmen und überhaupt jeden Sport im Wasser. Das spiegelt sich auch in der Infrastruktur wider: Neben dem Hauptbecken verfügt die Halle über diverse weitere zum Aufwärmen, Einschwimmen und Trainieren. Noch in der Wettkampfwoche konnten die Kleimeiers deshalb an Kims Technik für die 50 Meter Rücken feilen. „Zum Glück waren wir als Team vor Ort“, schmunzelt sie. Zusammen bekamen sie es hin, Rang 41 der Altersklasse trotz Trainingsrückstands. Und trotz müde gelaufener Füße.

Denn wenn man schon mal da ist, nimmt man die Sehenswürdigkeiten dieser bemerkenswerten europäischen Metropole natürlich mit. Das pompöse Parlamentsgebäude. Die Fischerbastei hoch über der Donau. Oder den Ausflug in eines der berühmten Thermalbäder: „Mit Badekappen-Pflicht“, berichten die Kleimeiers, die hier – na klar! – das TVE-Modell wählten.

Jan Kleimeier hat Mitte der 1990er angefangen mit dem Schwimmen, Kim folgte ihrem drei Jahre älteren Bruder bereits kurz danach ins Grevener Hallenbad. Sie waren seitdem entweder quasi immer da (Jan) oder sind immer wieder dorthin zurückgekehrt (Kim). Die Zeit fliegt schnell vorbei, wenn die beiden über ihren Sport erzählen. Fast so schnell wie im Sommer 2017 in Budapest.

von Stefan Bamberg, Westfälische Nachrichten
31.12.2020

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